Jetzt darf die Fed keine Fehler machen

Jetzt darf die Fed keine Fehler machen

Notenbanker in den USA schlagen Alarm: Die Zinskurve bewegt sich in Richtung Inversion – damit droht eine Rezession. Warum ist das so, und welches sind die Hintergründe? Ein kurzer Überblick.

Mehrere Regionalpräsidenten der US-Notenbank werfen Fed-Chef Jerome Powell vor, dass er mit der Anhebung der Leitzinsen eine inverse Zinskurve heraufbeschwöre. Damit ist gemeint, dass die Renditen kurzfristiger Staatsanleihen jene von langfristigen übersteigen. Seit dem Zweiten Weltkrieg folgte auf ein solches Phänomen in den USA stets eine weltweite Rezession. 2005 glaubte der damalige Fed-Chef Alan Greenspan nicht daran – ein gewaltiger Irrtum. Zurzeit liegen die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen und jener der zweijährigen sehr nahe beisammen.

Droht nun eine Rezession?

Bei einer inversen Zinskurve erhalten die Marktteilnehmer Anreize, kurzfristig statt langfristig zu sparen. Langfristiges Sparen ist aber eine Voraussetzung für langfristige Investitionen – und damit für anhaltendes Wirtschaftswachstum. Eine inverse Zinskurve hat daher schwerwiegende Auswirkungen auf eine Volkswirtschaft. Doch Powell beschwichtigt, die US-Wirtschaft sei robust genug. Überschätzt er ihre Kraft?

USA und China erschrecken die Märkte

Im August haben die Spannungen im Handelskonflikt zwischen den USA und China eine neue Eskalationsstufe erreicht. Trump beschloss Strafzölle auf chinesische Konsumgüter und brüskierte damit seine eigenen Wähler. China hingegen schwächte seine Währung auf einen Wert von über 7 Yuan pro Dollar ab. Beide Kontrahenten wollen offenbar die Oberhand im Handelskrieg gewinnen, selbst gegen ihre unmittelbaren Interessen. Eine Lösung des Konflikts ist nicht in Sicht. Dies belastet den US-Industriesektor, und die dortige Flaute könnte auf den Dienstleistungssektor übergreifen. Befürchtungen einer konjunkturellen Abschwächung liessen den globalen Aktienmarkt einbrechen.

Unser Fazit

Wir halten eine plötzliche Rezession weiterhin für wenig wahrscheinlich. Doch die Zentralbanken und die politischen Führungen müssen wachsam bleiben, wollen sie eine erhebliche Verschlechterung der Wirtschaftslage verhindern.

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