Plastic Oceans

Plastic Oceans

Mittlerweile nehmen Politik und Wirtschaft die Plastikverschmutzung der Meere ernst. Unternehmen, die in diesem Bereich bereits mit Lösungen aufwarten können, befinden sich im Vorteil.

Thomas Trsan

Kunststoffe sind vielseitig verwendbar, günstig und nicht totzukriegen. Doch ihre Langlebigkeit verursacht vor allem in den Meeren grosse Probleme. Jedes Jahr verenden zahllose Meerestiere und Seevögel, weil Sie Plastik mit Futter verwechseln oder sich darin verheddern. Ein grosser Anteil an der Verschmutzung ist auf mangelhafte Abfallentsorgung vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern zurückzuführen.

Langsam wird das Problem ernst genommen: Gut 200 Länder haben eine UN-Resolution unterzeichnet, die EU hat eine europäische Strategie angekündigt und elf grosse Unternehmen haben den Einsatz wiederverwendbarer, rezyklierbarer oder kompostierbarer Verpackungen bis 2025 versprochen.

Einsammeln, wiederverwerten und kompostieren

Die Lösung des Problems muss an drei Orten ansetzen: Plastikabfall einsammeln, recyceln und vermeiden. So plant zum Beispiel «The Ocean Cleanup» ein U-förmiges Flosssystem, das bis 2040 90 Prozent des Plastikmülls wieder aus dem Meer entfernen soll.

Bevölkerung und Politik vor allem in Europa befürworten mittlerweile Pfandsysteme auch für Plastikgebinde. Sammelsysteme sind bereits im Einsatz. Ein Beispiel ist Tomra Collection Solutions, das unter anderem sensorgesteuerte automatische Sortieranlagen für gemischtes Sammelgut anbietet.

Kompostierbare Kunststoffe sind bereits seit einiger Zeit auf dem Markt. Noch bestehen Fragen zur Integration in Kompostkreisläufen und die Kosten sind höher als beim konventionellen Plastik. Dennoch könnten sie Lösungsansätze sein für die Einwegnutzung von Verpackungen vor allem in Asien und Afrika.

Der Wille ist da, was nun?

Sollen Massnahmen mehr als nur symbolische Wirkung haben, müssen die Industrieländer helfen, die Infrastruktur in Asien und Afrika zu modernisieren, die für den grössten Teil der Verschmutzungen verantwortlich sind. Diese Erkenntnis setzt sich langsam durch.

Nun braucht es Unternehmen, die in der Lage sind, diese Initiativen umzusetzen. Unternehmen, die bereits Lösungen für nachhaltige Herstellung, Abfallentsorgung und Wiederverwertung bieten, sind im Vorteil.

Das Ausmass des Problems

Seit den 1950-er Jahren wurden 6.3 Milliarden Tonnen Plastikmüll produziert. Davon wurden nur 9 Prozent rezykliert und 12 Prozent verbrannt.

      - 2016 wurden 320 Millionen Tonnen Plastik produziert

      - Weltweit werden pro Minute 1 Million Plastikflaschen gekauft

      - Jeden Tag gelangen 8 Millionen Plastikteile ins Meer

      - Im Meer schwimmen geschätzte 51,25 Billionen Plastikteile

      - Bis 2050 könnte das Gewicht der Plastikabfälle im Meer das Gewicht aller Fische übertreffen

      - Jedes Jahr verenden 100'000 Meerestiere und Schildkröten und 1 Million Seevögel wegen Plastikverschmutzung in den Meeren

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