Sneakers. Vom Objekt der Begierde zum Anlageobjekt?

Sneakers. Vom Objekt der Begierde zum Anlageobjekt?

Die digitale Warenbörse StockX lehnt sich an der Finanzbörse an und hält ebenfalls Chancen und Risiken bereit. Doch reicht das, um als alternative Investmentmöglichkeit für private Anleger in Frage zu kommen?

StockX ist im Jahre 2016 fulminant gestartet. Die E-Commerce-Plattform bietet hauptsächlich wieder verkaufbare Sneakers an – Raritäten, Sondereditionen, von Stars getragene Schuhe – aber auch Uhren und Modeartikel. Einen Teil des Erfolgs verdankt StockX der Tatsache, dass es sich nicht um einen x-beliebigen, digitalen Markplatz handelt, sondern Merkmale einer Investment-Plattform aufweist.

Seit Jahrzehnten hoch im Kurs: Sneakers

Lange wurden Sneakers als Sammlerobjekt betrachtet, obwohl gewisse Raritäten mit Kalkül gewinnbringend den Besitzer wechselten. So wurde zum Beispiel im Jahre 2013 ein Paar «Air Jordan 12 Flu Game» während einer Auktion für 140'000 Dollar gekauft. Michael Jordan hat die Basketballschuhe 1997 im fünften Finalspiel gegen Utah Jazz getragen und die Chicago Bulls zum Sieg geführt. Gesundheitlich angeschlagen mit Grippesyndromen.

StockX öffnet den Markt

Traditionelle Auktionen von Raritäten sind oft elitäre Ereignisse und stehen nicht allen Interessenten offen. Den Markt geöffnet und gleichzeitig vergrössert hat die Onlinebörse www.stockx.com. Zum Ärger von Sneakerfans zieht StockX zwar auch Personen an, die Sneakers kalt lassen und die wohl auch mit seltenen Vogeleiern handeln würden, um Gewinne zu erzielen. Doch die Vorteile überwiegen und haben StockX in kurzer Zeit als «Place to be» für Liebhaber von raren Schuhwerken etabliert.

Wieso StockX eine grosse Nummer ist

Das Erfolgsrezept von StockX? Die E-Commerce-Plattform bringt bedeutend mehr Menschen zusammen als einzelne Sneaker-Messen. Die Betreiber versprechen eine Qualitätskontrolle, indem sie die gehandelten Schuhe unter die Lupe nehmen, um Imitate auszusortieren. Als eine hervorragende Idee hat sich zudem erwiesen, Elemente der Finanzbörse aufzugreifen, um sich von E-Commerce-Plattformen wie Ebay zu unterscheiden. Die Zahlen und das Geschäftsmodell überzeugt weiterhin Investoren – nach der letzten Finanzierungsrunde wurde StockX mit einer Milliarde bewertet.

Börsenfeeling mit Charts und Portfolios

StockX ist auf schnelle Transaktionen ausgerichtet. Ein paar Klicks genügen für den Kauf oder Verkauf eines raren Sneakers. Wie hoch die Schuhe gerade im Kurs stehen, wird anhand von Angebot und Nachfrage laufend ermittelt. Zudem gewährt der selbsternannte «Stock Market of Things» einen Einblick in die vergangene Wertentwicklung der Schuhe. Wer will, kann sogar ein Portfolio eröffnen und es diversifizieren, um das Verlustrisiko zu minimieren. Verschiedene «Anlageklassen» stehen zur Auswahl: Sneakers, Uhren, Streetwear, Taschen, die wiederum verschiedene «Titel» beinhalten: Marken von verschiedenen Unternehmen.

Das Risiko rennt mit

Frei von Risiken ist auch dieses «Anlageobjekt» nicht: die Wertentwicklung kann bergauf- oder talwärts verlaufen. Wer als Erster bei Limited Edition-Kollektionen zuschlagen will, sollte sich im Klaren sein, dass es nicht immer mit fairen Dingen zu und hergeht: Hacker schicken programmierte Bots ins Rennen.

Don’t believe the hype?

Die Investmentbank Cowen & Co schätzt, dass das Volumen alleine bei Sneakern und Streetwear in Nordamerika bis 2025 von derzeit zwei Milliarden auf rund sechs Milliarden Dollar steigt. Die Schätzung bezieht sich auf Produkte, die wiederverkauft werden. Zum Vergleich: Das Volumen des Kunstmarktes, eine kleine Insel in der Welt der Märkte, wird weltweit auf 68,4 Milliarden US-Dollar geschätzt. Auf dem Radar von Grossinvestoren wird StockX in ferner Zukunft nicht auftauchen. Und für private Investoren, die keinen emotionalen Bezug zu den Produkten auf StockX haben, bieten sich spannendere Investitionsmöglichkeiten.

Rechtlise Hinweis

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