Smart Farming: Hightech trifft auf Landwirtschaft

Smart Farming: Hightech trifft auf Landwirtschaft

Die Landwirtschaft steht vor der Herausforderung, eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren: Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wird die Weltbevölkerung bis 2050 auf 9.8 Milliarden ansteigen, sodass ihre Nahrungsmittelproduktion um 70 Prozent wachsen muss, um den neuen Bedarf zu decken. So müssten die Getreideerträge um 1.7 Prozent pro Jahr steigen, um die Nahrungsmittelproduktion bis dahin zu verdoppeln.

Gleichzeitig aber sieht sich die Menschheit Umweltproblemen ausgesetzt: sei es eine der schwersten Dürren, die je in Ostaustralien herrschte, oder rund 80 Brände, die in diesem Jahr durch Schweden wüteten. Gepaart mit der allgemein begrenzten Verfügbarkeit von Ackerland und einer zunehmenden Wasserknappheit stellen die Schätzungen der Vereinten Nationen einen Bedarf dar, mit dem konventionelle Landwirtschaft zunehmend zu kämpfen hat.

Eine Lösung für viele dieser Probleme ist der Einsatz neuer Technologien, die die Effizienz unserer Landwirtschaft steigern. Diese moderne, technologiegestützte Landwirtschaft nutzt Informations- und Kommunikationstechnologien sowie neue Produktionsmethoden, um die Produktivität nachhaltig und ressourceneffizient zu steigern. Precision Farming, Vertical Farming und Biologika bilden dabei die drei Säulen der Landwirtschaft von morgen.

Precision Farming

Fahrerlose Traktoren und das Internet der Kühe

Die Präzisionslandwirtschaft zielt darauf ab, landwirtschaftliche Erträge durch die Nutzung von Informationen in Form von Big Data und Technologien wie z.B. GPS-Diensten zu optimieren. Laut unseren Forschungsergebnissen könnte der Einsatz von Precision Farming durch die Kombination verschiedener Präzisionsmethoden, einschliesslich Präzisionspflanzung, -düngung und autonomem Fahren, eine Ertragssteigerung von ca. 70 Prozent erzielen. Der «Lettuce Bot» der kalifornischen Blue River Technology zum Beispiel identifiziert Pflanzen, die entfernt werden sollen, und besprüht auch nur diese – beeindruckend, wenn man bedenkt, dass Landwirte typischerweise Ertragseinbussen von ca. 10 Prozent durch Überdüngung ihrer Felder verschmerzen müssen. Die Schweizer Bauern im Kanton Aargau wiederum verwenden inzwischen Drohnen mit kleinen, biologisch abbaubaren Wespeneiern, die Schädlinge fressen.

Vertical Farming

Erhöhung der Nahrungsmittelversorgung in dicht besiedelten Städten

Vertikale Landwirtschaft hingegen ist der Anbau in vertikal gestapelten Schichten oder auf vertikal geneigten Flächen. Diese Technik trägt dazu bei, die Nahrungsmittelversorgung in dicht besiedelten Städten zu erhöhen, indem sie Platzressourcen effizient nutzt und den beim Transport entstehenden ökologischen Fussabdruck reduziert: Nach Angaben des Worldwatch Institute erfordert die traditionelle Landwirtschaft 1’500 bis 2’500 so genannte «food miles», bevor das Essen unsere Teller erreicht. Hinzu kommt, dass Vertical Farming in der Regel ohne synthetische Chemikalien, insbesondere Pestizide, auskommt, bis zu 90 Prozent weniger Wasser verbraucht als herkömmliche Farmen und keinen Witterungseinflüssen ausgesetzt ist. In Anbetracht der Tatsache, dass laut IBM 90 Prozent aller Ernteausfälle witterungsbedingt sind, wird erwartet, dass Vertical Farming die höchste Akzeptanz in wasserarmen Ländern findet, wo sie preislich mit der traditionellen Landwirtschaft konkurrieren kann.

Die Idee trägt Früchte: Plenty, eine Farm, die von SoftBank mit 200 Millionen Dollar unterstützt wird, gibt an, dass ihre Technologie mithilfe nur einem Prozent des Wassers bis zu 350 Mal mehr produzieren kann als herkömmliche Farmen. Emirates Airlines baut derzeit in Dubai die weltweit grösste vertikale Farmanlage mit einer Kapazität von 2’700 kg, die durch eine USD 40 Millionen-Partnerschaft mit dem kalifornischen Unternehmen Crop One ermöglicht wird.

Gerade in Regionen wie den VAE oder China könnte die vertikale Landwirtschaft daher nicht nur ein Tropfen auf den heissen Stein, sondern ein regelrechter «Goldregen» sein.

Biologika

Landwirtschaftliche Praxis im Wandel

Der Begriff Biologika wird oft mit gentechnisch verändertem Saatgut oder Produkten assoziiert. Doch landwirtschaftliche Biologika sind mehr als das. Diese natürlich vorkommenden Mikroorganismen werden aus Materialien wie Pflanzenextrakt gewonnen. Sie werden hauptsächlich für die Nährstoffzufuhr und den Pflanzenschutz verwendet und bieten den Landwirten mehrere Vorteile: Sie tragen dazu bei, die durch Pilze und Schädlinge verursachten Verluste zu verringern, die Nährstoffverfügbarkeit und -aufnahme zu verbessern und die Gesamtproduktivität und -gesundheit der Pflanzen zu verbessern. Biologika stellen in diesem Zusammenhang eine natürliche Alternative zu chemischen Pestiziden und Herbiziden dar.

Neue landwirtschaftliche Technologien werden unabhängig vom Handelskrieg florieren

Während sich der Handelsstreit zwischen den USA und China kurzfristig negativ auf Agrarhandel, Landwirte und Verbraucher auswirken wird, bleiben die langfristigen Aussichten intakt. Die Unternehmen, die den grössten Teil ihres Umsatzes ausserhalb der US-Märkte erzielen, haben mehr Preissetzungsmacht, und es wird erwartet, dass niedrigere Import- und Exportniveaus von den Auswirkungen der Handelsbeschränkungen abgekoppelt werden. Selbst für einige in den USA ansässige Unternehmen würden diversifizierte Endmärkte dazu beitragen, die negativen Auswirkungen auf den amerikanischen Agrarsektor abzumildern. Viele Unternehmen bleiben auf lange Sicht positiv und sehen den Handelskrieg mehr als kurzfristige Ernteeinbusse denn als verheerenden Ernteausfall an. Wir stehen dem Thema positiv gegenüber: Der weltweite Markt für intelligente Landwirtschaft wächst rasant, wobei die Pflänzchen Präzisionslandwirtschaft und vertikale Landwirtschaft mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 21 Prozent beziehungsweise 18 Prozent am schnellsten gedeihen.

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